Kreativität ist Aufgabe aller

28.06.2017

Wir, die Digitalagentur SinnerSchrader Commerce, haben Kreativität zur Grundaufgabe aller Mitarbeiter erklärt. Warum das durchaus Sinn macht, erklärt Tobias Ullrich, Director User Experience in diesem Kommentar, der am 31. Mai 2017 auf horizont.net erschien.

Es ist nicht mehr zeitgemäß, die Kreativität einer Agentur siloartig in Form einer Kreation zu installieren um so erfolgreich Projekte zu realisieren. Die Kreation, bestehend aus Designern und klassischen Konzeptern, hat ausgedient. Das liegt vor allem daran, dass alle Projektbeteiligte bei komplexen Digital-Produkten über alles Bescheid wissen müssen, um mit minimalem Aufwand innovative, nützliche und differenzierende Lösungen zu entwickeln. Der Designer muss den Code verstehen und der Developer muss die Notwendigkeit von Design-Elementen nachvollziehen können. Das heißt, es ist ein permanenter kreativer Austausch notwendig. Wenn der ausbleibt, wird das Produkt mittelmäßig und schlimmstenfalls am Ende gar nicht realisiert.

Deshalb haben wir die Kreativität zur Grundaufgabe aller Mitarbeiter erklärt. Voraussetzung war, die Kreation als Stellvertretereinrichtung an sich und damit Kreativität als Leistung abzuschaffen. Ab sofort muss jeder Mitarbeiter wieder mitdenken und darf seine persönlichen Stärken und Expertisen als Denkleistung mit einbringen: Entwickler, Designer, UXler, Business-Consultants und Analysten - aber auch unsere Kunden. Alle Projektbeteiligten sind von Beginn mit an Bord. Umsetzungsrisiken werden damit ab dem ersten Tag transparent, da auch Entwickler frühzeitig und ganzheitlich in den Prozess involviert werden.

Theoretisch gute Vorzeichen, und praktisch auch. Denn erste Erfahrungen zeigen, dass wir rund 20 Prozent weniger Entwicklerkosten aufrufen. Denn einerseits wird kein Projektvorlauf notwendig und andererseits können bereits während der Entwicklung geplante Lösungen durch effizientere ersetzt werden. Das spart Abstimmungsschleifen und minimiert das Frustpotential.

Damit das von Beginn an funktioniert, müssen alle die Spielregeln kennen. Wir setzen Kundenprojekte meist so um: Das UX-Team ergänzt die Anforderungen der Fachabteilungen durch Befragungen um die Wünsche der Nutzer. Welche Rolle spielt dabei der Kunde? Durch die Nutzerbefragungen entstehen Wunschlisten, die von unseren Kunden anhand der Business-Ziele priorisiert werden. D. h. ein Kunde von SinnerSchrader Commerce weiß was die Nutzer wollen und kann dann aus einem betriebswirtschaftlichen Gedanken heraus die Wunschliste der Nutzer für sich priorisieren - quasi eine Liste von Gewinnerlosen priorisiert nach Business-Value. So entsteht ein nutzerorientiertes Briefing für den cross-funktionalen Kreationsprozess bei uns. Eine perfekte Arbeitsgrundlage.

Der entscheidende Vorteil dieses Prozesses ist, wir arbeiten alle ab dem ersten Tag. Weder unsere Kunden noch wir verlieren wertvolle Zeit mit der Erstellung von komplexen Lastenheften und Anforderungskatalogen, deren Umsetzbarkeit oft fraglich ist. Die Designer müssen ab dem ersten Tag Kunden-Ideen gestalten, die umgehend dem Nutzer präsentiert und verprobt werden. Und zwar konkret. Damit ist in diesem Verständnis der Designer der Anwalt des Kunden, weil er den Transport der Marke visualisiert. Der UXer hingegen ist der Anwalt des Nutzers, weil er visuelle Ideen für die Bedürfnisse der Nutzer gestaltet. Reibereien sind gewünscht. Am Ende nähern sich Kunde und Nutzer so weit an, dass Wünsche auf beiden Seiten Wirklichkeit werden. So sehen wir innerhalb kürzester Zeit, wo die Reise hingeht.

Unsere Projektteams haben wir auf diesen Prozess ausgerichtet: Nancy, Sabrina, Juli, Sebastian, Scharly und ich setzen die Projekte auf. Dabei sind wir im direkten Kundenkontakt und essentieller Bestandteil des New Business Teams. Das Vorgehen gibt uns Recht. Wir gewinnen damit Kunden. Viele unserer Projekte realisieren wir mittlerweile nach diesem Vorgehen. Unsere Kundenzufriedenheit ist seit den letzten sechs Monaten deutlich gestiegen.

Über Tobi Ullrich:

Tobias Ullrich ist seit 2016 Director User Experience bei SinnerSchrader Commerce mit Fokus auf Multichannel E-Commerce. Er ist Spezialist für die nutzerorientierte Projektrealisierung und legt großen Wert auf eine agile Zusammenarbeit von Entwicklern, UX Designern und Business Consultants.

 

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